[Allgemein ] 11 März, 2009 17:32

Ich habe meinen ersten Sonnenrand ueberstanden. Ja, hier ist es schon recht warm.

Ich wusste gar nicht, dass Fruehling soviel Frieden mit sich bringt. Aber ich kann mir kaum etwas friedlicheres vorstellen als den Tag mit Sonne und Max im Rio zu verbringen. Die Voegel haben sich selbstuebertrofen und sind jetzt bestimmt heiser, die Sonne hat mollig warm auf unsere Decke geschienen,alles hat nach Sonnencreme und warmen Boden gerochen und irgendwo in der Naehe haben Kinder geschrieen als Max und ich gemuetlich eingeschlafen sind. Ich bin aufgewacht, weil sein Arm recht unsanft auf meinem Bauch gelandet ist und irgendwo ein Boeller hochgegangen ist. Die Fallas haben angefangen und ich werde stuendlich daran erinnert.

Fallas, das bedeutet Valencia-Fahnen, Boeller, riesige Figuren, kanonenlautes Geboeller um zwei Uhr auf dem Rathausplatz, Baberos mit blauen Tuechern um den Hals und eben die Falleras und Falleros- in allen altersgruppen, auch bei den 2 Jaehrigen im Kindergarten, gewaehlte schoen herausgeputzte Menschen, deren Bedeutung ich noch nicht ganz begriffen habe- Ich habe noch nicht viel von den Fallas gesehen, weder die Paellas die auf der Strasse gekocht werden, noch den Rauch des zentral Geboellers um 2 Uhr- das hoert man aber bis zu unserem Haus- und noch keine aufgestellte Fallasfigur, die ohnehin bald wieder verbrannt wird.

Aber es ist spannend das drumherum mitzubekommen und am Wochenende, wenn es richtig los geht, gucke ich mir das ganze auch ein bisschen genauer an.

Bis dahin...

 

 

[Allgemein ] 25 Februar, 2009 17:47

Paul und ich, wir sind nach Mallorca geflogen. Freitag bis Montag Mallorca, das hat schon was.

Nein, wir haben keinen Ballermanntourismus gemacht, sondern ganz gemuetlich in der Altstadt von Palma gewohnt. Ich habe mich noch erstaunlich gut zurecht gefunden und konnte Paul deswegen ein bisschen was zeigen.

Wir haben mit dem wichtigsten angefangen- dem Karnevalsladen. Naja, eigentlich eher Verkleidungen und Schreibwaren, aber weil wir ja waehrend der Karnevalszeit da waren -sehr merkwuerdig, das zu verpassen- sag ichs mal so. Die Abende haben wir gemuetlich am Wasser verbracht. Am Hafen, am Strand und ohne Sonne.

Die Menschen auf Mallorca haben, das erste Mal seit Franco, Karneval gefeiert. Man hatte in den Kneipen Platz zum sitzen, der Zug war abends und es gibt da keine klassischen Karnevalslieder, dafuer YMCA und aenliches. Erstaunlicherweise sind die Kostueme aber, zumindest zu Teilen, um einiges einfallsreicher als das bei vielen Deutschen so ueblich ist.

Ja, Gesellschaftskritik im klassisch-karnevalistischen Sinne und sowas feines.

Aber trotzdem ist es komisch, die Betrunkenen, den stechenden Geruch nach Koze, Bier und Urin nicht auf den Strassen haengen zu haben und die verkleideten Menschen sehr viel gesitteter feiern zu sehen.  Ich habe zuhause sehr vermisst, vorallem aber den Geisterzug... 

 

 

 

[Allgemein ] 09 Februar, 2009 17:38

Ja, ich lebe noch. Und es geht mir gut.

Antje ist an der Nase operiert worden - nein, keine Schoenheits OP, sondern irgendwas mit den Nebenhoehlen- und lag eine Weile flach.

Max war zwar bei den Grosseltern, aber auch einen 2-Jaehrigen von Morgens um acht, bis abends um halb neun, bei Laune zu halten ist ordentlich anstrengend.

Wobei ich noch Glueck gehabt habe, er hat den kreischenden Gorilla die meiste Zeit gut versteckt, hat viel gegessen und sich auch nicht ernsthaft darueber beschwert, dass er von mir jetzt nur noch Naturjoghurt bekommt.

Ich stehe immernoch morgens mit den Jungs auf, und habe mir jetzt angewoehnt danach mit Gitili-Stinkmops einen langen Spaziergang zu machen, bis zum Ententeich und zurueck. Da kann ich dann auch noch Enten fuettern, sehr gemuetlich! Und wenn ich zurueck komme, hat gerade Scrubs angefangen und ich kann mich gemuetlich vor den Fernseher hullern. Hullern, das ist auch so ein neues Wort, ich mags. 

Giti uebt, nicht immer als erster in den Aufzug, die Treppen hoch oder runter und in die Wohnung zu laufen, sondern als letzter. Nur meine Erklaerung: "Du bist der Hund." scheint ihm nicht ganz logisch zu sein.

Nico uebt, ohne Windeln zu sein, das klappt weniger gut, und er uebt sprechen. Das klappt auch nicht so richtig. Er sagt jetzt manchmal Pau-La zu mir, weil er zwar pau und la sagen kan, wenn er es aber in einem sagen soll wird Pala draus.Es bleibt spannend. 

Max uebt lesen und wird jede Woche ein bisschen besser. Nur was das mit dem H aufsich hat, und wies man das im Deutschen mitlesen soll, das ist no9ch nicht ganz klar. Und die bloeden puenktchen ueber o,u und a...

Antje uebt riechen und das wird auch jeden Tag besser, seitdem darf Giti nicht mehr so nah kommen.

Jorge uebt fotographieren und hat sich eine tolle Kamera gekauft. Wieso er noch uebt ist mir nicht ganz klar. er macht jetzt schon wunderbare Fotos.

Ich uebe mich in Geduld und ich uebe Spanisch. Wie das da so mit den Fortschritten ist, kann ich selbst aber nicht so beurteilen.

 Naechste Woche kommt Paul und wir fliegen uebers Wochenende nach Mallorca, oh, wie ich mich freue! 

Vorher ist nochmal Mittelaltermarkt in der Stierkampfarena, vielleicht haut das diesmal hin, mit den fotos. Ich hab ja jetzt nen fotoaparat.

Und sonst?

Hier sind es mollige 19 grad und ich geniesse es.

 

 

[Allgemein ] 08 Januar, 2009 13:53

Nach den zwei Wochen Heimaturlaub bin ich also zurueck in Spanien. Wie schoen es ist von zuhause nach zuhause zu fahren. Max war noch wach als ich angekommen bin. Er hat sich sehr gefreut und sein kleines Herz hat kraeftig gepocht, wenn er nicht in einem durch geplappert haette, haette man es bestimmt hoeren koennen. Er hat mir seine Geschenke gezeigt und sich ueber Ronja Raeubertochter (er kennt sie noch nicht) gefreut und ist dann schliesslich mit einer kleinen Geschichte eingeschlafen. Nico lag in seinem Bett und war warm und rosig und Antje und Jorge haben mir einen tollen Kalender geschenkt. Heute morgen hab ich mit Nico (der jetzt Paala und manchmal sogar Paula zu mir sagt) Anne Kaffekanne gehoert und er singt mit "Bitte Katze Tatze" wobei Katze und Tatze auch gern mal die gleichen oder verdrehte Anfangsbuchstaben haben. Wieder in Spanien zu sein ist toll, hier ist es zwar auch kalt aber nur 8,3 Grad und nicht minus mindestens genausoviele (wie in Deutschland).  

 

[Allgemein ] 14 Dezember, 2008 22:57

...

Es kam ganz anders. Wir haben uns getroffen, vorgestellt und sie hat mich gleich eingeladen mit zu kommen. Ohne zu zoegern und ganz freudig. Also sind wir alle zusammen zu dem Essen gegangen. Unterwegs hat sie schon angekuendigt, dass etwa dreissig Leute kaemen und von daher zwei oder drei mehr auch nichts ausmachten. Nach einer abenteuerlichen Aufzugfahrt (eigentlich, zugegeben, war nur der letzte Ruck abenteuerlich) sind wir im fuenften Stock in eine sehr merkwuerdig geschnitte Wohnung gegangen. In der kleinen Kueche standen drei Leute aus drei verschiedenen Laendern. Der Italiener hat gerade Auberginen frittiert und die Franzoesin (und Gastgeberin) hat mit der Deutschen zusammen Advokados geschaelt und geschnitten. Die drei haben uns gleich ins Wohnzimmer geschickt. Es war ausser uns noch niemand da und ich weiss bis jetzt nicht, wie die Leute alle da reingekommen sind, ploetzlich waren es viele. Wir haben erst getrunken und dann, als die erste andere Gruppe, Franzosen, kam, habe wir Kuesschen gegeben und uns vorgestellt, Namen gehoert und vergessen, Bier und Tinto del Verano getrunken, in der deutschen Ecke Deutsch gesprochen und ein bisschen alles moegliche ausgetauscht. Spaeter dann auch E-Mail Adressen. Nach einer Weile, die andern beiden hatten schon das erste Mal gegessen, haben sich zwei Englaenderinnen zu uns gesetzt die Deutsch in der Uni gelernt haben und sich an unseren Gespraechen, inzwischen war noch ein deutsches Maedchen von irgendwoher aufgetaucht, beteiligt. Da war der Raum schon von vielen spanischen, italienischen, englischen, franzoesischen und deutschen und wenigen polnischen Woertern erfuellt und mein Gehirn hat das Sprechen schon fast komplett verweigert. Mit ein bisschen mehr Alkohol ging das wieder etwas besser aber ich habe oft mit Menschen Englisch gesprochen die kein Englisch koennen, mit Simon Spanisch gesprochen, mit den Franzosen Spanisch gesprochen und irgendwann kam sogar von irgendwoher ein franzoesisches Wort aus mir heraus. Dass Spanisch die einzige Sprache war mit der man alle (bis auf Simon, Mina und Susanna, eine von den Englaenderinnen) ansprechen konnte hat dafuer gesorgt dass das die mit am meisten gesprochene Sprache war, obwohl kein einziger Spanier anwesend war. Ich mag Erasmus! Jedenfalls war das eine voellig neue Erfahrung fuer mich. Alle Menschen mit denen ich mich unterhalten habe, gefielen mir auf Anhieb. Die Wohnung war voellig verschnitten und bestand zu 3/4 aus Flur aber es haben sich ohnehin alle nur im Wohnzimmer aufgehalten. ein paar Leute sassen um den Tisch, andere auf den Sofas und der Rest ist mal hier hin und mal dahin gesprungen und hat sich mit irgendwem unterhalten. Obwohl sich alle zumindest vom Sehen kannten, war es nicht so schwierig Leute zum Reden zu finden. Man musste nur erst die angenehmste Sprache rausbekommen und dann versuchen von allen Umgebungsgespraechen moeglichst wenig zu hoeren um nicht ploetzlich ungewollt in einer anderen Sprache zu sprechen. Schliesslich sind wir bis zum fruehen Morgen, so gegen halb vier?, geblieben und ich war erst um halb fuenf im Bett. Aber das hat sich auf jeden fall gelohnt.

Am Donnerstag ist eine Erasmus Party von den Geographiestudenten (soweit ich das richtig verstanden habe) und Mina und ich gehen da hin. Ob Simon dann noch da ist steht in den Sternchen.

[Allgemein ] 14 Dezember, 2008 22:32

Neue Erkenntnisse:

- Erasmus ist toll!

- Auf fremden Sofas surfen ist toll!

- Sprachenmischmasch ist toll!

- St.Paulino wird lobgepriesen (um 19.30Uhr)

- Ratzinger sieht boese aus

- Pan de Queso ist toll! (gut, das wusst ich schon)

- Bald ist Weihnachten

- Englaender sind lustige Wesen

- Deutsche, Italiener und Franzosen auch

- Polverones de almendra sind obertoll!

- Selbsteingelegte Oliven sind toll!

- In 8 Tagen bin ich wieder in Bonn

- Valencia gefaellt mir

- Hier ist noch keine Weihnachtsstimmung

...

Soviele Erkenntnisse an einem einzigen Wochenende.

Freitagabend. Antje war gerade nach hause gekommen, die Kinder schliefen und bei einem eigentlich recht gemuetlichen Abendessens hoerten wir Nico aus Leibeskraeften bruellen. Er hat geglueht und war voellig ausser sich. Um Max nicht zu wecken, was unnoetig ist er schlaeft ja immer seelenruhig weiter, haben wir Nico mit rueber genommen. Im Wohnzimmer wechselten sich Fiebermessen, kalte Wadenwickel, Beruhigungen und Stirnkuehlen ab. Nico lag sehr verdreht auf meinem Schoss, gluehte vor sich hin, wimmerte aber nur noch ab und zu, wenn wir wieder ein kaltes Handtuch auf Beine oder Stirn gelegt haben. In der Nacht ist Nico immer mal wieder aufgewacht und dann voellig erschoepft wieder aufgewacht.

Morgens war er ziemlich uebermuedet und schlecht gelaunt. Am Morgen sind Antje und Max zum Schwimmkurs gegangen und ich habe fast eine Stunde mit Giti und Nico durch den Rio geschoben. Naja, Giti hat eher gezogen und Nico hat eigentlich gar nichts gemacht. Er lag in seinem "Waegele", die Augen auf Halbmast und mit keinem sichtbaren Interesse an seiner Aussenwelt. Um zwei sollten Gaeste kommen, also habe ich nach dem Schwimmen (er wird besser) mit Max zusammen Kaesefondue und sehr viel Brot sowie Dinge fuer Tiramisu gekauft.

Die beiden Freunde von Antje und Jorge, ein Paerchen, haben mir prima gefallen. Sie hatten gestuerzten Apfelkuchen mitgebracht und insgesamt hatten wir soviel essen, dass ich mich heute -am Sonntag- immernoch nicht richtig bewegen kann. Es war jedenfalls ein sehr netter Mittag und Nachmittag. Am Abend sind Antje, Jorge und Nico zum 2. Geburtstag von einem Cousin gefahren waerend Max mit seinen "Abuelos" und Cousins im Kino gewesen war und danach bei den Grosseltern schlafen durfte. Ich bin mit Giti rausgehuept, habe ihn dann aber alleine gelassen um mich mit Simon und Mina zu treffen.

Die beiden surfen auf fremden Sofas rum. Uebers Internet haben sie von einer Frau (naja, mit ca.22?!) angeboten bekommen bei ihr zu schlafen. Das haben sie also getan und sind dabei gleich eingeladen worden mit zu einem Essen bei einer Freundin zu gehen und dan nochmal da zu uebernachten. Weil ich keine Lust hatte um kurz vor zehn schon wieder zuhause zu sein, wollte ich die beiden schnell hinbringen, ihre Sofaanbieterin kennenlernen (ein Mensch in Valencia!!!) und dann auf dem Rueckweg noch in eine Bar huschen und dann heimwaerts streben. Aber es kam anders.

[Allgemein ] 10 Dezember, 2008 13:45
5.12 (?) Der Versuch zu einem Punkkonzert zu gehen ist klaeglich gescheitert. dafuer weiss ich jetzt, dass am 20.12 eine SKA band spielt. Fuer umsonst. Also bewege ich mich dann wohl dahin. Wenn man friedlich zu einem Konzert gehen moechte, aber keine Ahnung hat wo das ist, was tut man? Klar, auf in die Innenstadt wo das Plakat hing. Da stellt man (jedenfalls ging es mir so) fest, dass das Konzert in der anderen Richtung und keines falls im Zentrum ist. Was also tut man? Entweder man laeuft die halbe Stunde zurueck und dann haengt man noch ein ganzes Stueck Weg dran, kommt lange nach Beginn des Konzertes und zahlt trotzdem Eintritt, oder man macht es wie ich und sucht nach der naechstgelegenen Metrostation. Wenn man dann soviel Glueck hat wie ich, erfaehrt man unterwegs von einem SKA Konzert in gut 2 Wochen und man trifft Simon und Maedchen. Oh, wie ich mich gefreut habe einfach so in der Stadt einen bekannten Menschen zu treffen, einen Bonner, einen mit dem ich noch nicht gerechnet hatte, einen der einfach so auf den Treppen sass und Wein getrunken hat und seinen Hut aufhatte und ploetzlich da war. ich habe mich jedenfalls sehr gefreut und sofort aufgehoert um das Konzert zu trauern, zum einen hatte ich ploetzlich Abendplanung und zum anderen ja gleich noch ein alternativ Konzert. Wir haben das dann erstmal mit dem Kauf zweier Liter Bier gefeiert, uns auf den "Plaza de la virgen", auf dem sich praktisch mein ganzes ausserhaeusliches Sozialleben abspielt, gesetzt und Bier getrunken und geredet. Immer wieder kamen komische Menschen, haben kurz Tabak geschnorrt und sich dazu gesetzt und schon haben wir wieder allein unterhalten muessen. ein ausserordentlich betrunkener Mensch hat und etwas laenger sehr amuesiert aber dann, am fruehen Morgen, haben wir uns doch fuers schlafen entschieden. 6.12.(?) Ich hatte frei weil Wochenende und Sonne... Am Morgen oder Mittag oder irgendwie so, habe ich mich mit den beiden getroffen, wir haben auf dem "Plaza de la virgen" rumgesessen und ein bisschen getratscht dann irgendwann ploetzlich war viel Zeit rumgegangen, ich habe keine Ahnung mehr womit und wir haben eingekauft und uns auf einen kleinen Platz neben ihrem Hostel gesetzt und gegessen und getrunken. Irgendwann hat Manfred mich angerufen um mich zum Essen einzuladen, also haben wir unseren Kram zusammen gepackt und sind losgezogen. Nach dem Essen (ein Chinese) haben wir noch alle zusammen in der Pianobar gesessen und Wein und Bier getrunken. Zum Abschied, kurz bevor wir uns wieder trennen, vielleicht sogar alle ganz einzeln, wollen wir da nochmal einen wein trinken.superschoen. Gemuetliche Sessel und Wein (ja, sogar ich) und Klaviermusik und alles sehr sehr gemuetlich. Stilfrage. Als Manfred muede geworden ist, sind wir in den Rio gegangen um noch ein bisschen zu reden. wir Maedels haben dann bis morgens geredet und schoen warm eingekuschelt auf der bank gesessen und sind immer alberner geworden. 7.12 In Spanien wird es anders hell, als in Deutschland. Man sitzt sehr lange unter Strassenlaternen und ploetzlich, innerhalb von ungefaehr fuenf Minuten wird es hell. Tageslicht und fast sowas wie Sonne und keine Strassenlaternen mehr und einfach Zack-bumm ist es hell. Es hat lange gedauert, bis wir festgestellt haben, dass die andere Seite der Wiese besser ist zum sitzen und albern sein. Weil man da naemlich in der Sonne sitzt. Gegen Vormittag bin ich dann losgelaufen um Manfred zu sehen, es war sein letzter Tag in Valencia und da wollten wir ein bisschen durch die Stadt laufen und dann und wann etwas Trinken und Essen. Die Vorliebe Erwachsener, Ziellos durch Gegenden zu laufen, die sie schon kennen, und dann und wann zu sitzen und zu trinken oder zu essen, habe ich bisher noch nicht verstanden. aber ich bin natuerlich mitgelaufenund habe Kaffee getrunken (ohne haette ich wahrscheinlich mitten auf der Strasse die Augen zu geklappt) und dann an einem anderen Etwas haben wir ein bisschen was gegessen und uns dann, um einen Mittagsschlaf zu machen, getrennt.ich muss zugeben, es war nett... Ich habe also die Deutschsprechendemaedchenfraktion wiedervereint und wir haben uns im Rio auf den Rasen in die Sonne gekuschelt und gut eine Stunde selig geschlummert. dann war die Sonne weg und unser Schlummern wurde von Zittern abgeloest. Da hat auch die Decke nichts geholfen. Ich habe mich dann nochmal nach Hause bewegt um mich fuer den Abend abzumelden und zu fragen wann ich am Montag da sein solle und um die Jungs kurz zu sehen. Von Max hingen zwei kleine gemalte Hunde an meiner Wand und Nico hing an meinen Beinen und auf meinem Arm. Am Abend bin ich mit Manfred essen gegangen und dann noch auf einen Kaffee in die Pianobar und dann bin ich auch schon wieder gegangen um endlich ein bisschen zu schlafen. 8.12 Manfred ist wieder nach hause geflogen und ich hab die beiden wieder gesehen. Wie angenehm schnell die Zeit vorbei geht wenn man Leute da hat. 10.12 heute abend, nach der Sprachschule treffen wir uns um in die Bar "sturmtruppen" zu gehen, nicht um da was zu trinken, sondern nur ums mal gesehen zu haben. muss ja auch mal sein. Und dann.. Na, das berichte ich dann in ein paar Tagen. In weniger als 2 wochen bin ich wieder zuhause!
[Allgemein ] 04 Dezember, 2008 11:09

Wir haben einen Weihnachtsbaum. Er ist groesser als wir erwartet haetten aber ziemlich huebsch. Er ist eingetopft und wahrscheinlich zieht er spaeter auf meinen Balkon. In zwei Tagen ist Nikolaus, den ich Max gestern zu erklaeren versucht habe, und dann bin ich schon fast wieder zuhause. Naja, noch 18 Tage.

Ich habe gestern mein Vaeterchen vom Flughafen abgeholt und am Abend waren wir zusammen lecker essen und er hat mir seine kleine Kamera gegeben also kann ich jetzt Fotos machen und hochladen und all sowas und schwuppdiewupp ist das ganze ein froehlicher bunter Blog mit vielen kleinen und grossen und schoenen und interessanten Fotos. (schon wieder Dank in Klammern dieser geht an Manfred)

Max und Lorena waren mit Antje in einem Kontrabasskonzert wo, wenn ich das richtig verstanden habe, nur Kinder zwischen 8 und 12 Jahren je 1 oder 2 Minuten gespielt haben. Wenn ich gross bin will ich auch 8 Jahre sein und einen Kontrabass streichen koennen. Die beiden waren wohl die juengsten Zuschauer aber ganz begeistert.

 

[Allgemein ] 02 Dezember, 2008 10:33

Spruehschnee an den Fenstern, Krippenuntergrund mit Fluss, Glitzerstern am Fernseher, Weihnachtskugeln im Elefantenfuss, Adventskalender...

Wenn Manfred mich besuchen kommt, ich meine schon morgen, kommen ein Adventskranz und die passenden Suessigkeiten dazu. Dann steht Weihnachten nichts mehr im Wege und dem Plan bis dahin gemeinsam je fuenf Kilo zuzunehmen auch nicht. Unser grosses Ziel sind so kleine Autodinger um damit durch die Wohnung zu fahren.

Bis wir die haben gehen wir aber weiter zu Fuss und beschaeftigen uns mit den Kindern, statt sie mit ner Pizza vor den Fernseher zu setzen. Oh, wieviel einfacher mein Leben wird, wenn die Autochen da sind.

Nico gewoehnt sich, angeblich, die Windeln ab. Im Kindergarten klappt es, zuhause ueberhaupt nicht. Gestern haben wir ihn ungefaehr fuenf mal umgezogen. Ich werd also wohl noch ne Weile einen kleinen Hosenscheisser dahaben. Auch nicht so schlimm.

Max liest immer schneller, aber natuerlich immernoch sehr ruckelig. Er faengt an so zu malen, dass er nicht dazu erklaeren muss was es sein soll und also malt er schon besser als ich. Den Krippenuntergrund mit Fluss und Baeumen hat er ganz alleine gemalt und war zurecht stolz auf sich.

Giti ist der gleiche Stinkewitz geblieben, der er schon immer war, obwohl wir ihn inzwischen ziemlich oft duschen. Ist ihm aber auch egal, fuenf Minuten an den Hauswaenden abschmieren und schon riecht er wie vorher. Nach Hundepipi und Hund an sich. Kein Wunder, dass Nico ihn oft "pipi" ruft.

Ich heisse uebrigens immer noch Pauuu, dafuer sagt er zu den Fotos auf denen Paul zu sehen ist "Paul", ich habe langsam das Gefuehl, er mag mich nicht besonders... Er erkennt auch Charly und Laila und ruft begeistert "Lalai" wenn er eine von beiden entdeckt. Luna heisst inzwischen auch schon Luna und nicht wie alle anderen Hunde "Giti" oder "Pipi" oder "wauwuff"

So, jetzt ist es aber schon wieder kurz nach elf, irgendwie komm ich zu nichts, und ich sollte mich fertig machen und dann anfangen zu kochen, damit das Essen fertig ist, wenn ich Nico abhole, das ist naemlich weniger stressig als zu kochen waerend er durch die Wohnung tobt und alle zwei Minuten eine neue Idee hat, die meistens viel Arbeit bedeutet, wenn man sie nicht sofort unterbindet. Neues Lieblingshobby: Wasser von grossen Gefaessen in sehr kleine schuetten und gucken, wann es ueberlaeuft. Klar, muss er auch lernen ,aber lieber, wenn ich nicht versuche zu kochen.

Max malt und bastelt im Moment sehr gerne, er hat Glaeser mit durchsichtigem buntem Papier beklebt, damit man Kerzen dareinstellen kann und er hilft fleizzis beim Backen und malt gerade einen tollen Kissenbezug zum Geburtstag fuer seinen Papa. sehr angenehm, diese Phase. Man setzt sich dazu und schreibt ein bisschen Briefe dabei und hoert ein Hoerbuch mit ihm oder so. Sehr ruhig und angenehm und unterhaltsam. ausserdem erwischt man ihn so auch mal in einer ruhigen Minute und kann sich wirklich mit ihm unterhalten. Ueber die Vorschule und seine Freunde und Nico und alles moegliche was ihn so beschaeftigt.

 

 

[Allgemein ] 30 November, 2008 23:22

Schnee!

Man kann es kaum glauben wenn man im Auto sitzt, mit Max schaekert und dabei Nicos kleine weiche Hand streichelt, damit er sich nicht alleine fuehlt und alle paar Minuten von vorne eine Temperaturangabe kommt die immer kleiner wird. 7 Grad. "Wie kalt sind sieben Gard",fragt Max und Jorge raet ihm, die Hand an die Fensterscheibe zu legen um zu fuehlen wie kalt sieben Grad sind. Und Max presst seine Hand gegen die Fensterscheibe als gaebe es kein Morgen mehr und fuehlt und lacht und meint "sehr kalt" und dann kommt von vorne "5 Grad" und Max staunt und haelt seine Hand nochmal gegen die Scheibe und fragt "Ist das viel kaelter?" und Jorge erklaert ihm, dass das so kalt ist wie im Kuehlschrank und Max staunt und haelt seine klebrige Bonbonhand an mein Gesicht, damit ich das auch fuehlen kann, schliesslich sitze ich in der Mitte. Und Nico haelt seine warme Hand in mein Gesicht und brabbelt leicht unverstaendliches Zeug und meint dann "kaaaal" und lacht mit Max und alle freuen sich ueber die Kaelte.

Wir sind angezogen,als ginge es zum Skifahren auf ueber 1000 Meter. Max und Nico haben Schlafanzughosen unter den Hosen und ueber die Schlafanzughosen eins von den zwei Paar Socken gezogen, die sie anhaben. Im Kofferraum liegen Winterjacken, Muetzen, Schale und Handschuhe und in ihren zwei Pullis schwitzen die beiden im Auto fast.

4 Grad, das Auto piepst kurz um uns an Winterreifen oder Schneeketten, oder was weiss ich zu erinnern und ist definitiv ein spanisches Auto. Draussen sehen wir Windraeder und den ersten Puderzuckerschnee, der hauchduenn auf dem Randstreifen liegt. "Die Windraeder drehen sich so schnell, weil ihnen so kalt ist" sagt Max und drueckt inzwischen beide Haende an die Scheibe. Nico drueckt auf meinen Fingern rum und versucht immer wieder mir seine Hand ins Gesicht zu druecken.

Bei 3 Grad und nach vielen, vielen Kurven, die gerade dabei waren mit meinem Magen und meiner allgemeinen Zufriedenheit merkwuerdige Dinge anzustellen, sind wir in dem kleinen Mittelalterdoerfchen angekommen. Hier und da liegen am Wegrand ein paar Schneeflocken und wir haben die Jungs, und uns selbst, so dick angezogen, dass ich mich wirklich fuehle wie im tiefsten Winter bei -3 Grad oder kaelter.

Nico sieht eher aus wie ein Michelinmaennchen als wie ein Junge und ueber seiner Jacke sieht man erst nur Schal und Muetze bis man schliesslich das kleine, durch die enge Muetze etwas zusammengedrueckte, Gesicht entdeckt. Max traegt Muetze, Schal und Fausthandschuhe und bestaunt den wenigen Schnee den es zu bestaunen gibt. Nach einem kurzen Aufenthalt im Touristeninformationsdingen machen wir uns auf die Suche nach einem Restaurant um Mittag zu essen. Mit Nico und Kinderwagen ist das rutschige Kopfsteinpflaster, das scheinbar wahllos auf und ab fuehrt und dann und wann durch Treppen unterbrochen wird, gar nicht so angenehm zu begehen. Schliesslich werden wir fuendig und essen in einem netten Restaurant ziemlich gutes Mittagessen waerend Nico den Nachbartisch unterhaelt und darueber sein eigenes Essen fast voellig vergisst.

Nach dem Essen wollten wir eigentlich einen kurzen Spaziergang durch das Dorf machen aber weil wir uns ein bisschen in der Richtung geirrt haben sind wir stattdessen oberhalb des Dorfes gelandet. Wir haben den kleinen schweren Nico ueber einen unbefestigten Weg nach oben verfrachtet und standen dann vor der ehemaligen Stadtmauer.

Das kleine Dorf sieht von hier oben viel schoener aus als von unten, weniger schief und viel verschneiter. Max sucht Schnee fuer einen Schneeball und Antje friert. Nico sitzt scheinbar teilnahmslos in seinem Kinderwagen und nickt immer wieder fast ein. Der Rundgang durchs Dorf geht, als wir einmal den Kinderwagen auf den befestigten Weg zurueckgebracht haben, schneller als erwartet und max und ich haben nach fleissigem Suchen doch noch ein paar Schneebaelle zustande gebracht.

Ins Auto sind wir schliesslich mit einem mueden Nico, einigen Tannenzweigen und dem guten Gefuehl Schnee gesehen zu haben, gestiegen um dann auf dem Nachhauseweg durch ein Naturschutzgebiet zu fahren was es mir sehr angetan hat.

Es faengt mit huegeliger roter Erde an, die mich sehr an Westernfilme erinnert hat und darauf folgen grosse runde braune Felsen mit einem kleinen Schneehaeufchen obenauf und dann folgen Tannenwaelder und es sind Hoehlenmalereien ausgeschildert und es ist tatsaechlich irgendwann ein halbes Grad unter Null und der Schnee liegt dicht und fest und unberuehrt da und man moechte ploetzlich nirgendwo anders sein als genau an dieser Stelle. Rechts stehen die Tannen dicht an dicht und der Boden ist mit einer duennen, unberuehrten Schneeschicht bedeckt, links guckt man auf ein Tal das wie aus dem nichts erschienen ist und aus dem Himmel faellt ein Sonnenstrahl genau ins Tal und strahlt die Baumwipfel hellgruen an und alles sieht so wunderbar friedlich und winterlich und kalt aus, dass man gar nicht glauben kann dass man in Spanien ist. "Ist es in Spanien jetzt schon Nacht" fragt Max und fast kann man sich vorstellen, dass es das schon ist.

Der letzte Teil der Rueckfahrt, oder vielmehr der vorletzte denn den letzten habe ich verschlafen, ist aber weniger angenehm. Nico ist uebermuedet, gelangweilt und wahrscheinlich auch hungrig und verlangt lautstark nach Nahrung. Nachdem er gegessen hat moechte er trinken und nachdem er getrunken hat, moechte er seinen Schnuller. Den haben wir aber zuhause vergessen und also moechte Nico gar nichts mehr ausser Schreien. Und weil ihm das keiner geben kann und keiner effektiv verbieten kann tut er das. Fast eine Stunde verbringt er damit zu weinen und zu bruellen, zu treten und nach seinem Schnuller zu verlangen. Er moechte nicht spielen, er mochte nicht lesen, er moechte nicht kuscheln er moechte seinen Schnuller und bis er ihn nicht kriegt schreit er. Max hat sich laengst auf meine Beine gelegt und in den schlaf streicheln lassen und schlummert friedlich vor sich hin. Wer Nico schon mal hat schreien hoeren, oder ein beliebiges anders 2 Jaehriges Kind mit kraeftiger Stimme und Wutanfall, der weiss wie unangenehm das fuer Ohren und Nerven ist. Jorge ist irgendwann auf die Idee gekommen ihn mit dem kleinen Deckenlicht im Auto abzulenken und nach einer Weile ist Nico tatsaechlich eingeschlafen.  Nassgeschwitzt und voellig fertig, aber schlafend in seinen Sitz gekuschelt. Mein linkes Ohr hat ihm noch nicht verziehen, es tut immernoch weh und dann und wann fiept es wie nach einem zu lauten Konzert. Aber ich hab Nico noch immer sehr lieb und ihm schon laengst wieder verziehen.

 

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